Folklore Ensemble sieht Tanzfest „Danetzare“ bedroht

Erfurter Verein warb im Kulturausschuss: Nur der zweijährige Festival-Rhythmus sichert auch die Zukunft

Erfurt. Das Folklorefest „Danetzare“, das erst im Vorjahr erneut internationale Künstler und Tausende Besucher anlockte, soll künftig nicht mehr alle zwei Jahre, sondern nur noch jedes dritte Jahr stattfinden. Das könnte das Aus für das seit 20 Jahren bestehende Festival bedeuten, befürchtet der Verein Thüringer Folklore Ensemble Erfurt. Hintergrund ist die klamme Finanzlage der Landeshauptstadt. Mit diesem Argument sei durch die Kulturdirektion immer wieder angesprochen worden, ob man den Turnus auf drei Jahre ausweiten könnte, berichtet Maik Kriwitzki, Vorsitzender des Thüringer Folklore Ensem­bles. Obwohl man immer sogleich auf die weitreichenden Folgen aufmerksam gemacht habe, ist das Thema nun gestern im Kulturausschuss des Stadtrates gelandet. Ergebnisse der Beratungen sind bisher nicht bekannt, da sie nicht öffentlich stattfanden.

Kulturausschuss erwartet Konzept

Der Kulturausschuss habe den Verein gebeten, ein Konzept für das Festival vorzulegen und dabei auch Vorstellungen über die Häufigkeit des Tanzfestes zu äußern, sagte gestern Kulturdezernentin Tamara Thierbach (Linke) auf Nachfrage. Aber natürlich spiele dabei die Geldfrage eine wichtige Rolle. Oder die dramatische Situation, dass kein Geld da ist.

„Wenn wir das Fest nur noch alle drei Jahre veranstalten können, ist es in seinem Fortbestand bedroht“, sagt Maik Kriwitzki klar. Hintergrund ist die Finanzierung der Stelle eines Projektmanagers. In diese teilten sich bisher, so erklärt der Vereinschef, das Land und die Stadt mit jeweils der Hälfte der Summe. Das Land würde aber diese Stelle nicht mehr fördern, wenn es um drei Jahre ginge. Ohne Projektmanager aber kein Festival. Zwar sei tatsächlich nichts entschieden, ein Wegfall würde aber sogar den ganzen Verein bedrohen, sagt Kriwitzki. Schließlich sei die Vorbereitung von „Danetzare“ eng mit der Vereinsarbeit verknüpft. Und für diese fehle sowieso schon immer mehr das Geld. So müsse auf dem Petersberg jetzt Miete bezahlt werden, und eine Fördersumme für den Verein sei weggefallen.

Auswirkungen auf Jugendarbeit befürchtet

„Wenn wir jetzt gebeten werden, ein Konzept vorzulegen, verstehe ich das nicht“, meint Maik Kriwitzki. „Danetzare“ sei bereits zehn Mal über die Bühne gegangen, da wisse die Stadt doch, was sie erwartet. Ungeachtet dessen sei der Verein immer bereit, über Sparmöglichkeiten nachzudenken. Schließlich wisse man um die Finanznöte der Stadt. „Andererseits ist es zu kurz gedacht, wenn man das Festival aufs Spiel setzt“, sagt der Vereinsvorsitzende. Schließlich fließe das Geld aus der Förderung wieder zurück in die Stadt. Etwa durch die Touristen – beim vorigen Mal wurden 40 000 Besucher gezählt. Hotels und Gastronomie profitierten hier stark. So hatte sich der Verein auf die gestrige Sitzung des Kulturausschusses des Stadtrates mit einer Aufstellung vorbereitet, was „Danetzare“ alles sei: eben tourismusfördernd, interkulturell, Ehrenamt, wirtschaftsfördernd, Kinder- und Jugendarbeit. Und nicht zuletzt eine feste Größe im Kulturleben Thüringens. Nun hofft das Thüringer Folk-lore Ensemble, dass auch die Mitglieder des Kulturausschusses den Argumenten folgen. Auch wenn tatsächlich das Geld knapp ist. „Wenn es nicht gleich vorbei ist, wäre es doch ein Sterben auf Raten“, sagt Vereinschef Maik Kriwitzki über die im Raum stehenden Pläne.

 

Casjen Carl

Dieser Artikel ist am 26.02.2016 in der Thüringer Allgemeine erschienen.

Kontakt:

Thüringer Folklore Ensemble Erfurt.e.V.

Petersberg 3

99084 Erfurt

Germany

Telefon: 0361 4213499

Fax: 0361 602544

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